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  • Zerstörer „Lütjens” verläßt Kiel

    Kiel, 30.November 2003
    Ein Abschied mit viel Rauch und Typhongeheul - „Lütjens” trifft heute ihre Schwestern wieder. „Adieu Kiel” - die „Lütjens” hat Kiel verlassen. Das letzte Dampfschiff der Marine ist auf dem Weg nach Wilhelmshaven zur Außerdienststellung. Dort wird es auch ein Familientreffen mit den bereits ausgemusterten Schwesterschiffen „Rommel” und „Mölders” geben. Als letzte ging die Oberbürgermeisterin von Bord. Fast punkt 8 Uhr verabschiedete Angelika Volquartz den Kommandanten Michael Meding und seine Crew aus dem Heimathafen. Was dann kam, war eine Abschiedstour der besonderen Art.
    Und wenn Michael Meding gekonnt hätte, er wäre wohl mit dem 134-Meter-Schiff auch durch den Bootshafen zum Kleinen Kiel vorgestoßen.

    Unmittelbar nach dem Ablegen ging es im Konvoi mit Schleppern, Barkassen, Hubschraubern und Segelbooten in Richtung Hörn. Vorbei an mit Transparenten geschmückten Dampferanlegern.
    Nur zu gern hätte auch die Crew des Kieler Feuerlöschboots an der Auslaufparade mit seinen Wasserfontänen teilgenommen, ein aus Kostengründen verhängtes Auslaufverbot vereitelte dieses Vorhaben. Auf Wasserfontänen musste die „Lütjens” dennoch nicht verzichten.
    Die Werksfeuerwehr von HDW sorgte mit Wasserspielen, Blaulicht und Martinshorn für den letzten Gruß. Genauso, wie mehrere hundert Werftarbeiter, die Helme schwenkend auf Kais und Neubauten standen.

    Zum Dank pumpten die Heizer der „Lütjens” gleich etwas mehr Gasöl in die Kessel und ließen einen schwarzen „Heizergruß” aus dem Schornstein in den blauen Morgenhimmel aufsteigen. Grüße gab es auch vom Marinearsenal und beim Ostuferhafen, wo eine kleine Abordnung des Zolls und Hafenarbeiter Position bezogen hatten.

    Vorbei an der „Frankfurt am Main”, die sich mit komplett angetretener Besatzung von dem Zerstörer verabschiedete ging's dann hinaus auf die Ostsee. Nicht aber, ohne zwei Mal Salut zu bekommen. Laute Böllerschüsse krachten zunächst von der Scheermole und wenig später auch von der Munitionspier in Jägersberg über die Förde. Kurz nach 9 Uhr entließen die Marineschlepper „Lütje Hörn” und „Langeneß” dann den Lenkwaffenzerstörer.

    Die „Lütjens”, das letzte Dampfschiff und der letzte Zerstörer der deutschen Marine, meldete sich ab.
    Im Arsenal in Wilhelmshaven gibt es zunächst ein Wiedersehen mit den beiden bereits außer Dienst gestellten Schwesterschiffen. An der Jade erfolgt am 18. Dezember die Außerdienststellung. Fast zeitgleich beginnt bei HDW für die Nachfolgerin „Hamburg” die erste Seefahrt.

    FB nordClick/kn vom 30.10.2003

     
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